Gedenken an Studienrat Narewczewitz

März 2018

Mit der Verlegung von vier Stolpersteinen für die Familie des jüdischen Studienrats Erich Narewczewitz wurde an das Schicksal des im Jahre 1934 aus dem Schuldienst der FWS entfernten Lehrers erinnert.

Narewczewitz, am 14. Januar 1893 in Eschwege geboren, wuchs im Haus Nummer 13 in der Eschweger Forstgasse auf und legte am 17. Februar 1911 an der Friedrich-Wilhelm-Schule die Reifeprüfung ab.

Nach dem Studium der Fächer Mathematik, Chemie und Physik in Berlin und Göttingen kehrte Erich Narewczewitz im April des Jahres 1929 in seine Heimatstadt zurück, wo er an seiner ehemaligen Schule als Studienassessor angestellt wurde und auch am Lyzeum unterrichtete. 1934 entfernte man ihn aufgrund der nationalsozialistischen Rassenpolitik aus dem Schuldienst.

1935 verlässt Erich Narewczewitz Eschwege zusammen mit seiner Frau Gertrud und dem in diesem Jahr geborenen Sohn Robert, um eine Anstellung als Lehrer am Philantropin, der größten Schule der israelitischen Gemeinde in Frankfurt am Main, anzunehmen. Am 18. August 1942 wird er zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Robert sowie der 90-jährigen Mutter Emma in das KZ Theresienstadt deportiert. Am 16. Dezember 1943 verstirbt Erich Narewczewitz dort.

Bei der Verlegung der Stolpersteine für die Familie Erich Narewczewitz erinnerte Neele Schneider aus der Klasse 8d der Friedrich-Wilhelm-Schule zusammen mit ihren Klassenkameradinnen Zuri Wehr und Emely Stockheim an das Schicksal der Familie.

„Erich Narewczewitz war Schüler und Lehrer an der Friedrich-Wilhelm-Schule“, so Neele Schneider, „er hat in denselben Klassenräumen gelernt und gelehrt, in denen wir heute unterrichtet werden, und er und seine Familie lebten so wie wir und unsere Eltern als Bürger in dieser Stadt. Mögen die Stolpersteine vor dem Wohnhaus von Erich Narewczewitz sowie der Gedenkstein für die jüdischen Mitglieder der Schulgemeinde im Haupteingang unserer Schule dafür sorgen, dass das Unrecht der Nazizeit sowie das Schicksal von Studienrat Narewczewitz nicht vergessen werden.“



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