Schüler besuchen die Zuckerrübenfabrik Südzucker

November 2017


Durch den 1. Platz beim Wettbewerb Faszination Technik, ausgelobt vom VDI, haben Henriette Templin, Emil Aasland-Jost, Sebastian Koch, Angelina Elflein(ich) und unsere Klassenlehrerin Frau Lydia Stulier die Chance gehabt, in die Zuckerrübenfabrik Südzucker AG nach Offstein zu fahren.

Dort angekommen wurden wir sehr freundlich begrüßt. Der vierte Gewinner aus einer anderen Schule war auch schon da, außerdem hat es dort wie die Pest gestunken (von da an war eigentlich schon klar, dass es eine miefende Angelegenheit wird).

Wir wurden in einen Raum geführt und wurden nochmals freundlich begrüßt. Für mich war das ganze ab diesem Zeitpunkt schon zu formell. Nach der Begrüßung haben wir uns eine PowerPoint Präsentation darüber angesehen, wie das Zuckerrübenwerk überhaupt entstanden ist und was Südzucker unter anderem Namen noch verkauft, z.b. Pizza oder auch Zuckerergänzung ,was im weitesten Sinne gar kein Zucker mehr ist.

Meiner Meinung nach war das einzige, was uns in diesem Raum gehalten hat das, dass es etwas zu Trinken und Kekse gab, mir jedenfalls ging es so. Nach dieser langwierigen (langweilig wollte ich nicht sagen) Präsentation war schon das erste Mal der Gedanke da, dass das Highlight des Tages der Wrap (die anderen hatten was anderes) bei McDonalds war.

Wir wurden von dem Herrn (ein Ingenieur, welcher bei Südzucker gearbeitet hat und jetzt im Ruhestand ist), welcher auch die PowerPoint Präsentation vorgestellt hat, in die Kantine der Fabrik geführt, wo ein Mikrofonverstärker stand und wir gelbe Warnwesten und Helme bekamen (zum Glück sahen wir alle gleich komisch aus). Danach ging die Führung los.

Wir gingen raus und konnten uns die riesigen Kalksteinhaufen ansehen, welche unter anderem benötigt werden, um den Brennofen am Laufen zu halten, damit die Zuckerrübenschnitzel, welche mit Wasser vermengt werden, gekocht werden können. Das Kochen bewirkt, dass der Zucker aus den Hackschnitzeln in das Wasser über geht. In dieses Wasser kommt dann Kalk und der bindet alles, was nicht Zucker ist z.B. Verunreinigungen, eben alles das, was sie nicht haben wollen, an sich. Es kommt Kohlensäure hinzu, diese wirbelt das Zucker-Wasser-Gemisch auf und bewirkt, dass sich die Verunreinigungen besser an den Kalk binden. Danach ruht die Flüssigkeit etwas und der Kalk mit den Verunreinigungen setzt sich am Boden ab, daraus kann man z.B. Dünger machen. Die übrigen Hackschnitzel werden aber nicht weggeschmissen, diese werden gepresst und als Viehfutter weiterverkauft. Und kurz darauf kam auch so ein Haufen mit trockenen Zuckerrübenschnitzel. Wer wollte konnte auch ein Stück davon probieren. Um es kurz zu fassen, das Zeug schmeckt und riecht nach nichts. Als nächstes konnten wir uns anschauen, wie viel Schmutz bei einer Lieferung Zuckerrüben dabei war. Um zur nächsten Station zu kommen, mussten wir an der Lkw-Zufahrt vorbeilaufen, an welcher auch gerade ein Lkw einfuhr.

Wir haben uns angesehen, wie so ein Lkw mit Zuckerrüben abgeladen wird, nämlich: es wird eine Seitenwand gelöst und der Anhänger neigt sich leicht in die Richtung in welche die Zuckerrüben abgekippt werden sollen und von oben wird mit einem großen Wasserstrahl nachgeholfen, sodass die Zuckerrüben in einen „Fluss“ fallen und weiter transportiert werden können (in die Fabrik).

Als wir die Fabrik betraten, haben wir uns alle erst mal die Nase zugehalten und die Jacke ausgezogen, denn erstens war es darin sehr stinkig und zweitens sehr, sehr warm. Und während der Ingenieur, der die Führung leitete, erklärt hat, dass die weiter oben gewonnene Flüssigkeit nochmals gefiltert wird (kann man sich vorstellen wie einen Kaffeefilter durch den die Flüssigkeit nochmals gefiltert wird) und man so den „Dünnsaft“ erhält (da ist nun echt nur noch Zucker und Wasser drin), haben sich die meisten gefragt, wie er es hier drinnen aushält ohne sich die Nase zuzuhalten.

Der Dünnsaft kommt dann in riesige „Kochtöpfe“ und wird immer weiter eingekocht, durch zig verschiedene „Kochtöpfe“ und nachdem durch das Einkochen das Wasser entzogen wurde, hat man den sogenannten „Dicksaft (dieser ist dickflüssig, fast wie Öl)“ gewonnen. Während einer weiteren Erklärung musste ich dann auch feststellen, dass meine Mutter eine Meisterin darin ist zu Mimen, dass sie zuhört, vielleicht sollte ich das auch einmal lernen, ist im Unterricht vielleicht ganz praktisch.

Der Dicksaft wird auch wieder gekocht, aber in anderen „Kochtöpfen“. In diesen wird der Dicksaft „geimpft“ mit Zuckerkristallen, aber nicht die Zuckerkristalle wie wir sie normalerweise kennen, sondern viel kleiner, eher wie Puderzucker. An diesen Zuckerkristallen lagern sich die ganzen Zuckerkristalle, welche im Dicksaft vorhanden sind, ab, die sagen dort, „sie halten sich fest“.

Durch Schaugläser an diesen Kochtöpfen sieht man die neu entstandenen Zuckerkristalle wie wir sie kennen. Dieser so entstandene „klebrige Brei“ kommt in eine Zentrifuge, denn man will ja die Zuckerkristalle haben. Die Zuckerkristalle werden durch die Zentrifuge vom flüssigen Brei getrennt, dieser kann an den Wänden der Zentrifuge ablaufen und wird aufgefangen. Es kommt in dieser Zentrifuge noch Dampf dazu, dieser „pustet“ alles, was dann noch an Saft drin ist, raus und wenn das passiert ist, hat man dann nur noch den weißen Kristallzucker am Rand und diesen kann man dann mit einem Schaber abkratzen. Diesen Zucker nennt man tatsächlich „Weisszucker“ und dieser kommt hauptsächlich in die Industrie. Damit wird dann zum Beispiel Cola, Limo oder auch Ketchup gesüßt.

In dem gewonnenen Sirup aus der Zentrifuge ist immer noch Zucker enthalten. Dieser Sirup wird nochmals in die Kochtöpfe geschickt und dort durchläuft er noch mal das Ganze mit Aufkochen und „Impfen“ usw. Dabei entsteht dann der sogenannte „Rohzucker“. Und den so wieder gewonnenen Sirup, den kann man …… richtig, nochmal kochen, nochmal impfen usw., daraus entsteht dann der sogenannte „Nachproduktzucker“. Es bleibt immer noch etwas von dem Sirup übrig, diesen Rest nennt man „Melasse“, aus dieser wird Viehfutter. Der Rohzucker und der Nachproduktzucker werden gemischt und werden nochmal gekocht, nochmal geimpft…. usw. und daraus entsteht dann endlich der sogenannte „Raffinade-Zucker“. Das ist der Zucker, welchen wir alle zuhause verwenden. Den Unterschied zwischen dem „Weisszucker“ und der „Raffinade“ sieht man, wenn man die beiden Zuckerarten nebeneinander stellt. Der Raffinade-Zucker ist noch weißer und die Kristalle feiner.

Jedenfalls konnten wir uns dann noch durch eine Glasscheibe angucken, wie die Maschinen arbeiten. Da hinter der Glasscheibe Monitore standen, an welchem Ingenieure saßen und diese kontrollierten, wäre ich gerne einmal in diesen Raum gegangen und hätte diesen Männern gerne die ein oder andere Frage gestellt.

Als wir aus dem Gebäude raus waren, war das erste, was die meisten gemacht haben, erst einmal tiiiiief durch die Nase Luft holen. Nach dieser eher ermüdenden Führung gab es noch einen „kleinen Imbiss“, der aus einem Vier-Gänge-Menu bestand. Ich kam mir vor wie eine hohe Geschäftsfrau, welche sich dort irgendwie von der Firma überzeugen lassen oder beraten lassen will, nicht wie ein Gewinner eines Wettbewerbes.

Nach dem Essen gab es für jeden noch ein kleines Geschenk (Würfelzucker, zwei Rezepte und Flyer), danach ging es nach Hause. Zusammenfassend kann man sagen, dass dies eher eine Führung für Erwachsene war, als eine, die für Jugendliche geeignet ist.

Ein Text von Angelina Elflein Klasse 8a



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